380 KV - Leitung durch die Gemeinde Ratekau - Minister in der Pflicht

Die Tennet hat in einem Dialoggespräch mit dem Bürgermeister, der Verwaltung und den Frationssprechern die neue Trassenvariante der 380KV-Ostküstenleitung verteidigt. Die BFG hat noch einmal die Informationspolitik der Tennent massiv kritisiert. In einem großen Dialogprozess 2015 wurde unter der Schirmherrschaft vom Minister Robert Habeck ( Bündnis90/Die Grünen ) am Ende ein einvernehmlicher Trassenkorridor präsentiert und der Minister hat sich mit dem Ergebnis gerühmt.

Nun ist alles anders und es gibt lt. Tennet neue Erkenntnisse, die es zu dem damaligen Zeitpunkt nicht gab. Die neue Trassenvariante verläuft von Pohnsdorf aus kommend nach Techau - quer rüber nach Pansdorf - an die BAB A1 gen Norden. Kurz nach der Landesstraße kreuzt sie auf die östliche Seite und verläuft über die Grundstücke einer Biogasanlage weiter in nördliche Richtung. 60 m hohe Masten in geringer Entfernung zur Wohnbebauung und eine 50 m breite Waldschneise in Techau werden das Ortsbild massiv verschandeln. Die Hinterlandanbindung der FFBQ, neue Erkenntnisse zum Vogelzug und der zukünftige Regionalplan mit den Windvorrangflächen sollen zu der neuen Variante geführt haben.

Unterstützung seitens des Ministeriums zur Rückkehr zur alten Variante gibt es derzeit nicht. Dabei sehen wir den zuständigen Minister in der Pflicht uns zu unterstützen, schließlich hat sein Parteikollege Robert Habeck sich schon einmal 2015 mit einem Dialogergebnis gerühmt, von dem er jetzt nichts mehr wissen will.

Vielleicht ändert sich da noch mal etwas, schließlich sind im nächsten Jahr Wahlen und die Glaubwürdigkeit der Politik steht hier schon auf dem Spiel.

Die BFG wird an dem Thema dranbleiben und sich für eine Änderung der aktuell geplanten Trassenvariante einsetzen.

Corina Harnack - 28.11.2020